GREIFEN WIR NACH DEN STERNEN UND HOLEN UNS DIE JUGEND ZURÜCK!

Fotografie: Carole Jost, Schloss Burgdorf (BE) bei Nacht

Diese Nacht … In dieser Nacht vor wenigen Wochen. Mich packte die Furcht und liess mich minutenlang nicht mehr los. Ich war auf dem Heimweg. Allein auf Strassen ohne Laternen und Kunstlicht. Es war bereits nach Mitternacht; ich hetzte, stöhnte auf, atmete schwer, ja ich rannte. Bis mein Blick zum Himmel wanderte und ich wie gefesselt da stand.

 

Denn da waren ja die Sterne …

… die faszinierenden, mystischen, klaren, funkelnden Punkte am Himmel, die mich seit jeher in ihren Bann ziehen und es als eine der einzigen Materien dieser Welt schaffen, so viele Fragen aufzuwerfen. Ja, ich wollte schon immer nach den Sternen greifen. Und das aufrichtig und ehrlich.

 

Das Schloss Burgdorf, das «Himmelstor»

In dieser Nacht, in der mir die Sterne jegliche Furcht nahmen, fühlte ich mich in die guten alten Zeiten zurückversetzt. Jeder, der schon einen Abend oder eine Nacht auf dem Schloss Burgdorf verbracht hat, fühlt mit mir mit. Legt man sich dort auf die kolossalen Mauern, scheinen die Sterne tatsächlich greifbar nah. Eine Kulisse, die einlädt zum Philosophieren und Sinnieren. Wie viele Abende und Nächte werden es wohl gewesen sein, die ich mit Freundinnen da oben am «Himmelstor» verbracht habe?

Ich kann sie nicht mehr zählen, aber es scheint viel zu lange her. Zu lange ist es her, dass wir Orion, den grossen Wagen, den Widder und all die faszinierenden Sternbilder bestaunt haben. Wir freuten uns aufrichtig, wenn wir die Sternbilder richtig identifizieren konnten. Da oben, mit den Sternen und dem Himmel im Visier, haben wir uns gefragt, was das Universum wohl noch für uns bereithält. Gibt es im Leben einen tieferen Sinn? Wer bestimmt, was wir noch alles erleben werden? Ist unsere Geschichte schon vorgeschrieben? Zufall oder Schicksal?

 

Jugend, komm zurück!

Ich gebe schon zu, es packt mich die Wehmut. Und immer wieder frage ich mich, wieso ich das nicht heute noch tue – mich auf die kalten Mauern des Schlosses Burgdorf zu legen und mit den Sternen zu flirten. Wo sind die jugendliche Abenteuerlust, die Unbeschwertheit und vielleicht auch der manchmal gar nicht so blöde Leichtsinn geblieben?
Und so tanze ich in meinen Träumen mit Orion, bringe Ungereimtheiten dank der Waage ins Gleichgewicht, schiebe den kleinen Wagen vor den grossen, entkomme dem Schützen gerade noch rechtzeitig und bin in tiefer Liebe mit meinem Sternzeichen, dem Skorpion – und mit dem Schloss Burgdorf. Ich besuche dich bald wieder, versprochen!

 

PS: Es gibt die App «Sky Map». Mit ihr kann man die Bilder, die am Himmel stehen, abgleichen und sie sich erklären lassen – top!

 

Es grüsst

Lex van Ikon

Schwarzmalerin

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